Was man auch noch machen kann als kleine Möglichkeit,
ihr werdet manchmal feststellen, dass die Boykottierer, die ihr so in euch
habt, dass es bestimmte gibt, die ihr besonders viel drin habt und die man oft
eben als negativ und boykottierend erlebt. Aber ihr könnt merken, die sind
anders, man kann ihnen auch Namen geben. Manche nehmen so den Namen, das ist
jetzt mein Vorsichtiger, also, mein Vorsichtiger in mir ist da. Manche mögen es
aber auch lieber, denen richtige Namen zu geben. Sie nennen sie z.B. Petra oder
Daisy. Ich hoffe, niemand heißt hier Daisy? Dann können wir sagen, meine
Vorsicht ist die Daisy und dann ist die Daisy da. Und gleichzeitig ist aber
auch der Mutige da, vielleicht der manchmal Unvorsichtige. Wie kann man den
nennen? Hermann. Die Shambhavi war jetzt vier Jahre in Bad Meinberg, da gibt es
den Aminius und der heißt dort Hermann und der ist mutig. Vielleicht das, vielleicht
aus einem anderen Grund. Dann hat man also schon zwei, dann hat man die Daisy
und den Hermann. Und dann stellt man fest, wofür die jeweils gut sind und
welche Funktion sie haben. Die können manchmal ganz verquer sein. Ich habe,
bevor ich hierher gekommen bin, ein Wochenende im Westerwald gegeben über den
spirituellen Weg und da habe ich auch ein Extrembeispiel gebraucht, was manche
Menschen als negative Gedanken haben. Es gibt Menschen, die haben
Selbstmordphantasien, um jetzt mal die schlimmste Form des negativen Denkens zu
gebrauchen, jenseits Tötungsphantasien, eben andere umzubringen. Selbst das
sind Seiten, die eine Funktion haben. Also, Selbstmordphantasien – manche
Menschen, die mit mir gesprochen haben, habe ich gefragt, „Könnte die
vielleicht irgendeine Botschaft für dich haben? Wann kommt die denn?“ Und
ich kann jetzt an mehrere denken, die mir gesagt haben, „Es kommt immer
dann, wenn was schief gegangen ist, ich mich übernommen habe und dann kommt der
Gedanke.“ Und dann kann man sagen, das kann man irgendwo benennen. Das
ist dann vielleicht in Wahrheit, wenn du überlegst, ist es vielleicht, du
brauchst ein bisschen Rückzug. Und so wie du an Selbstmord denkst, dann ist der
Rückzugsteil des Geistes da. Das heißt nicht, dass man sich wirklich umbringt,
aber es heißt, man nimmt sich vielleicht ein bisschen zurück. Und dann sagt
man, „Aha, mein Rückzugsanteil ist jetzt gerade da, er ist stark und
will, dass ich mich ein bisschen rausnehme.“ Dann kann man überlegen,
„Ist das jetzt praktikabel, das zu machen?“ Und prompt hat man aus
dieser grässlichen Phantasie, die da ist und die einen stört, hat man einen
wertvollen Anteil gemacht. Oder es gibt einen anderen Menschen, vermutlich auch
unter euch so stark kaum entwickelt, aber ich gebrauche es trotzdem als
extremes Beispiel, dann fällt es euch vielleicht leichter, mit den weniger
extremen Eigenschaften, die in euch sind, umzugehen. Es gibt den Kämpfer für
die Gerechtigkeit, der alle, die ihm nicht passen, umbringen will. So wie der
Chef etwas Böses gesagt hat, stellt man sich vor, Messer
ins Herz. Und nicht das eigene, sondern des Gegenübers. Also, es gibt
spirituelle Menschen, die zu mir hingekommen sind, Rat gesucht haben und ein
äußerst schlechtes Gewissen hatten, jetzt machen sie Yoga und haben immer noch
diese Tötungsphantasien. Sogar so weit, dass mir mal jemand gesagt hat nach so
einem Workshop, sie würde gerne in den Ashram kommen – also nicht den
identischen Workshop – aber sie kann es nicht machen. Sage ich,
„Warum nicht?“ Sagt sie, „Sie hat so negative Gedanken, das
würde die Gedankenatmosphäre des Ashrams verpesten.“ Da ist mir sofort
rausgerutscht, „Überschätze dich da mal nicht so.“ Und dann gilt
auch, solche unwillkürlichen, von selbst auftretenden Gedanken, haben nicht wirklich
große Gedankenkraft auf andere. Also, ihr braucht keine Angst zu haben, dass
ihr deshalb andere umbringen würdet oder so etwas. Es hat mal so was gegeben,
eine Frau kam mal zu mir und hat gesagt, sie müsse mal mit mir sprechen, sie
hätte jemanden umgebracht. Habe ich erst gedacht, „Was mache ich denn
jetzt? Fällt das auch noch unter das Beichtgeheimnis, ich bin ja kein Priester,
oder muss ich nachher die Staatsanwaltschaft rufen?“ Gut, und dann kam
raus, sie hat einen ganz fiesen Chef gehabt und eines Morgens hat sie gedacht,
„Ich wünschte, der hätte einen Autounfall und würde sterben.“ Und
am Nachmittag ist er umgekommen im Autounfall. Dann hat es lange Zeit
gebraucht, aber ich konnte sie schließlich davon überzeugen. Ich habe erst
gesagt, „Hast du solche Gedanken öfters?“ Da sagte sie, „Ja,
ab und zu mal.“ „Sind die alle im Autounfall umgekommen?“
„Nein“ „Bist du die einzige, die dem Chef etwas Negatives
gewünscht hat? Gibt es auch noch andere fiese Chefs in dieser Firma?“
Außerdem gilt ja vom yogischen Karma her, so einfach kommt man nicht um, wenn
es nicht im Karma drin ist. Weil irgendjemand mal daran gedacht hat, passiert
dort nichts. Dann kann man aber auch überlegen, „Wann kommt dieser
Gedanke auf?“ und dann stellt man fest, oft kommt er dann auf, wenn man
ungerecht behandelt worden ist. Und dieser Gedanke taucht auf und er hat eine
wichtige Funktion, aktivierend. Außerdem hilft er einem, für Gerechtigkeit zu
kämpfen. Man könnte dem den Namen Zorro geben, als ein Beispiel. Und dann weiß
man natürlich als Mensch mit hohen Idealen – ich nehme an, das seid ihr
alle – man wird niemals jemanden umbringen, aber ihr habt diese Phantasie
dort drin. Und dann wisst ihr, „Aha, die taucht immer dann auf, wenn
etwas nicht so Gutes ist und das ist eine wertvolle Information, außerdem ist
es eine Aktivierung.“ und dann kann man das erstmal wertschätzen und kann
überlegen, „Was gibt es denn sonst noch für Weisen, wie ich dort
umgehe?“ Und dann kann man mit dieser Seite so umgehen, dass man sagt, es
ist eine wertvolle Information, taucht immer dann auf, man dankt ihr und sagt
dann, „Danke, jetzt kannst du wieder zurückgehen ins Glied, da ist jemand
anderes, und wenn du weiter auftauchst, ist auch o.k., ich entscheide selbst,
was ich mache. Ich bin nicht der Sklave von dir, sondern ich bin die
Führungskraft und du bist jemand, der eine Funktion hat.“ So wie, ein
gutes Team hat ja auch verschiedene Menschen, die verschiedene Eigenschaften
haben. Angenommen, ein Team besteht aus Menschen, die alle exakt gleich sind,
das mag wunderbar harmonisch sein, aber wird sicher nicht erfolgreich sein.
Gut, sicher kann man auch nicht sagen, aber die Wahrscheinlichkeit ist
geringer, dass sie erfolgreich sind. Ein gutes Team hat irgendeinen Kreativen,
es hat irgendjemand, der ein bisschen bürokratisch bremsend ist, es hat
irgendeinen Dynamischen, irgendjemanden, der sich ständig austauschen will und
irgendjemanden, der das Gelabere nicht ausstehen kann. Wenn die alle wissen,
jeder hat eine wertvolle Funktion und jeder ist anders und hat was beizutragen,
dann ist das was Tolles. „Der will, dass alles seinen geordneten Gang
geht, dass man sich an Regeln hält.“ So einen braucht es, sonst gibt es
nur Chaos. Irgendjemand muss es ja den anderen auch in geordneter Weise
weitersagen und irgendwo muss es dokumentiert werden, was man in der Abteilung
alles Tolles gemacht hat. Und irgendwo muss man Berichte schreiben. Und wisst
ihr was? Wir haben alle dieses Team in unserem Geist. Wir als Rajas haben diese
verschiedenen Eigenschaften dort. Wir haben ein tolles Team, wir müssen die nur
würdigen, aber auch uns nicht mit einem identifizieren. Und wenn wir das
machen, dann brauchen wir vor niemandem in unserem Geist Angst zu haben, es
gibt auch den Ausdruck „negatives Denken“ nicht mehr wirklich,
sondern alles hat irgendwo eine Funktion. Mindestens früher mal gehabt, aber
auch heute noch, vielleicht im falschen Kontext. Und wenn ihr das wisst, dann
kann man sich auch leichter davon lösen. Dann kann man das erkennen, kann es
würdigen, kann sich dann davon lösen, kann andere Eigenschaften auch stärken
und kann dann zu Yogas Chitta Vritti Nirodhah übergehen, indem man sagt,
„Und jetzt machen wir mal Ruhe. Und jetzt können alle Seiten in mir mal
still sein, meine Gedanken können ruhig sein.“ und dann, Tada Drastuh
Svarupe Vasthanam, dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesen und dieses ist
Sein, Wissen und Glückseligkeit.
Niederschrift eines Mitschnitts eines Vortrags aus einem Yoga
und Meditations Seminar zum Thema „Positives Denken“
mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya.
Dieser Blog Eintrag ist natürlich nur als Inspiration gedacht. Um Yoga und
insbesondere Raja Yoga richtig zu lernen, ist der Besuch in einer
Yogaschule oder in einem Yoga Zentrum am besten geeignet.
Gerade die Yoga Vidya Zentren bieten viel Kurse in Yoga, Meditation, Ayurveda
an, sowohl vom standpunkt der Gesundheit aus gesehen als auch für
Persönlichkeit und Spiritualität.







Eine sehr schöne Inspiration für den Tag. Ich danke für diese Infos. Mal sehen, wie ich das alles umsetze.... Täglich Yoga und Meditation - das klingt sehr gut!
Kommentiert von: Meditations-Klaus | 11. Oktober 11 um 14:23 Uhr
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Kommentiert von: Becky | 23. Dezember 11 um 04:51 Uhr