Aber jetzt im Rahmen von all dem hilft auch, Hingabe läuft auch etwas besser, wenn wir etwas mehr den Geist unter Kontrolle haben. Auch die Frage zu stellen, „Wer bin ich?“, geht etwas leichter, wenn wir den Geist etwas unter Kontrolle haben. Auch im Sinne von Karma Yoga, als Diener Gottes, können wir auch etwas besser machen, wenn wir unsere geistigen Kräfte besser nutzen können. Es ist gut, sich zu bemühen, seine Fähigkeiten zu entwickeln, dafür dient auch wieder Raja Yoga. Wir können etwas besser Nächstenliebe üben, wenn wir mehr daran arbeiten. Und so können wir an unseren geistigen Fähigkeiten arbeiten, so können wir uns bemühen, unseren Geist etwas mehr unter Kontrolle zu bringen, das können wir dann in den Dienst Gottes stellen oder mit diesem stärker kontrollierten Geist oder diesem klareren Geist, können wir uns fragen, „Wer bin ich?“ Umgekehrt gilt auch, wenn wir vermehrt uns an Gott wenden, dann fällt es manchmal leichter, seinen Geist zur Ruhe zu bringen. Und wenn wir mehr bewusst sein, „Aham Brahmasmi.“, gelingt es auch leichter, aus seinen geistigen Problemen herauszukommen. Swami Vishnu hat z.B. Menschen geraten, die in schweren emotionellen Problemen waren, ganz Bhakti Yoga zu üben. „Richte dich ganz an Gott, flehe zu Gott, schimpfe notfalls mit Gott, schütte dein Herz vor Gott aus und wenn du so deine ganzen Emotionen Gott darbringst, dann wirst du irgendwo plötzlich merken, da ist jemand dahinter, da ist jemand, der dich tröstet, und das kann zur Transformation führen.“ Oder vielen hat er dann auch geraten, „Und wenn dir das nicht gelingt, zu beten, dann singe Mantras. Wenn du ein Instrument hast, umso besser. Und zwar allein am besten dann.“ In der Gruppe natürlich auch, manchmal hilft das, aber nicht immer hat man eine Gruppe. Und natürlich, ihr seid alle aus Yogazentren, da wird auch irgendwo gesungen, da kann gemeinschaftliches Singen helfen, aber das geht nicht jeden Moment. Und manchmal bei Mitarbeitern, die zwar jeden Morgen und Abend die Möglichkeit haben, gemeinsam zu singen, manchmal will man dann auch mal alleine singen. Und das hat eine heilende Wirkung. Und manchmal, wenn man sich fragt, „Wer ist jetzt überhaupt verzweifelt? Und wer ist der, der die Verzweiflung merkt? Wer leidet an der Verzweiflung?“ Und dann stellt man fest, „Da ist Verzweiflung und da ist Ich. Und wer ist jetzt Ich? Wer ist die Verzweiflung?“ Und dann kann man schauen, „Kann ich mich etwas lösen von dem, der verzweifelt ist? Oder kann ich zu dem gehen, der meint, verzweifelt zu sein?“ Und manchmal plötzlich, von einem Moment auf den anderen, macht es klick und wir sind über diese Verzweiflung hinausgewachsen. Und so gehen letztlich alle Yogawege irgendwo zusammen und ergänzen sich. Und natürlich, Hatha Yoga hilft, überhaupt die Energie in Gang zu setzen, dass wir überhaupt irgendwo an uns arbeiten können, dass wir Prana haben.
- Wird fortgesetzt -
Niederschrift eines Mitschnittes eines Yoga und Meditation Seminars bei Yoga Vidya mit Sukadev Bretz zum Thema „Entwickle geistige Kraft“







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