So können wir mit Bhakti… Und irgendwann geschieht es dann plötzlich aus heiterem Himmel, dass man eine Erfahrung der Verbindung, der Einheit hat. Und es gibt sogar die Geschichte oder die Tradition der heiligen Narren. Viele große Selbstverwirklichte waren, bevor sie die Selbstverwirklichung erreicht hatten, relativ eigenartige Kreaturen. Ich will da jetzt nicht weiter darauf eingehen, aber es ist manchmal eine schöne Sache, Heiligenbiographien zu lesen und die Marotten der großen Heiligen und Weisen zu lesen. Wir sind jetzt in der Tradition natürlich eines Meisters, der zu denen gehört, die tatsächlich eine große Kontrolle ihres Geistes hatten. Swami Sivananda, er hatte auch als Arzt und auch als Aspirant eine große Ruhe des Geistes. Er war vermutlich der psychologisch gesündeste, harmonischte unter allen Meistern des 20. Jahrhunderts, die mir bekannt sind. Er ist derjenige, der dann tatsächlich auch durchaus mit Raja-Yoga-Techniken an seinem Geist stark gearbeitet hat. Aber es heißt, die letzten Schritte hat er über Jnana Yoga, Vedanta auch erreicht. Jnana Yoga ist eben der andere Yoga Weg, wo wir auch sagen, „Aham Brahmasmi. Ich bin Brahman. Und ich bleibe Brahman, egal, ob ich jetzt meinen Geist unter Kontrolle habe oder nicht, egal, ob ich jetzt Dummheiten begehe oder nicht, egal, ob ich wieder alten Reiz-Reaktionsketten irgendwo gefolgt bin, was ich mir eigentlich längst vorgenommen habe, das nicht mehr zu tun. Ich bleibe Brahman. Ich brauche kein schlechtes Gewissen zu haben, es gibt auch keinen Zwang, ich muss jetzt heute die Befreiung erreichen.“, sondern, wir sind ja schon befreit. Man bracht nichts wirklich zu machen. Ähnliche Frage wäre ja, was müsste ich, Sukadev, machen, um jetzt, in diesem Moment, auf der Bühne zu sitzen? Was müsste ich machen? Nichts, ich sitze schon auf der Bühne. Was müsste ich machen, um Vereinsvorsitzender von Yoga Vidya zu werden? Nichts, ich bin es ja schon, selbst wenn ich das vergesse. Und angenommen, ich träume nachts, ich bin irgendwas anderes und dann träume ich davon, es wäre doch schön, Vereinsvorsitzender von Yoga Vidya zu werden. Was müsste ich machen, wenn ich nachts so träumen würde? Ich muss nur aufwachen. Bin ich deshalb weniger Vereinsvorsitzender, wenn ich es vergessen habe? Nein, ich bin es genauso. So ähnlich auch, was muss ich machen, um selbstverwirklicht zu sein? Eigentlich muss ich gar nichts machen, ich bin es jetzt schon. Ob ich jetzt aufgewacht bin oder nicht, ich bin es. Und so können wir diese Frage stellen, „Wer bin ich?“ und über diese Frage, „Wer bin ich?“ kommen wir irgendwann zur höchsten Verwirklichung.
- Wird fortgesetzt -
Niederschrift eines Mitschnittes eines Yoga und Meditation Seminars bei Yoga Vidya mit Sukadev Bretz zum Thema „Entwickle geistige Kraft“







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