Viele von euch kennen das ja auch, angenommen, man hat einen schwierigen Tag gehabt und dann kommt ihr zu eurem Abendkurs. Was ist dann nach ein paar Asanas und Pranayamas? Wie geht es einem dann? Plötzlich besser. Das ist also auch eine einfache Weise. Und danach kann man mit den anderen Yogawegen arbeiten. Also, mit dieser Ergänzung, Patanjali sagt, schrittweise wird es besser.
10. Vers
„Sein Fluss wird durch Wiederholung ruhig.“
11. Vers
„Durch Abnahme der Zerstreutheit und Zunahme von Konzentration im Geist entwickelt sich die Fähigkeit zu Samadhi.“
Also, er sagt diese Aussagen noch mal schrittweise.
Ich werde jetzt etwas überspringen, ich gehe erstmal zum 17. Vers.
„Klang, Bedeutung und geistige Vorstellung sind normalerweise im Geist miteinander vermengt. Durch Samyama auf den Klang entwirren sie sich, und man erlangt Wissen der Klänge aller lebenden Wesen.“
Dieser Vers ist so eine Anleitung, wie man die Sprache aller Wesen verstehen kann. Zum einen ist das durchaus ein Tipp. Angenommen, ihr wollt eine Fremdsprache lernen. In der Schule haben die meisten von euch das noch so gelernt, man lernt Vokabeln und dann lernt man Grammatik und dann lernt man, Vokabeln und Grammatik zu verknüpfen und dann lernt man hoffentlich die Sprache. Und für viele ist das ein guter Weg. Es gibt aber auch noch einen anderen Weg und dieser Weg kann den ersten irgendwo ergänzen, nämlich indem man sich auf die Sprache an sich konzentriert. Und das ist vermutlich auch bei den meisten der Anwesenden schon in ihrer Schulzeit passiert, so die Umstellung von reinem Grammatikpauken und Vokabelpauken - manche haben vielleicht Sprachlabors gehabt - und man hat irgendwo gelernt, es ist besser umzustellen, im Unterricht wird nur noch in der Sprache gesprochen, auch der Lehrer spricht nur in der Sprache während dieser Zeit und so wird man einfach mit dem Klang konfrontiert und indem man sich auf den Klang konzentriert, lernt man, die Sprache zu verstehen. Und darauf aufbauend gibt es ja auch moderne Techniken, irgendwo, es gibt ja die Birkenbihl-Sprachlerntechniken. Im Wesentlichen geht es darauf hinaus, man lernt, sich zu entspannen. Ist man in einem entspannten Gemütszustand und konzentriert man sich entspannt auf jemanden, der spricht und dann lernt man intuitiv zu verstehen, was dort ist. Im Grunde genommen ist es eine Anwendung von Samyama auf Sprachenlernen. Es ist auch eine interessante Sache, angenommen, ihr fahrt mal in Urlaub in ein Land, wo ihr die Sprache nicht sprecht. Da könnt ihr mal probieren, anstatt gleich abzuschalten, wenn jemand neben euch in dieser Sprache spricht, die ihr nicht versteht, euren Geist ganz auf diese Sprache zu richten. Und ihr könnt ganz probieren, den Klang irgendwo zu hören, zu erfahren und zu spüren. Und dann kann euch plötzlich so intuitiv irgendwo kommen, worüber die sich gerade unterhalten.
- Wird fortgesetzt -
Niederschrift eines Mitschnittes eines Yoga und Meditation Seminars bei Yoga Vidya mit Sukadev Bretz zum Thema „Entwickle geistige Kraft“







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