Im Raja Yoga lernt man zweifelsohne, geistige Fähigkeiten zu entwickeln, man lernt, an seinen Schwächen zu arbeiten, aber wir müssen nicht alle Fähigkeiten entwickelt haben, wir müssen nicht alle geistigen Probleme beherrscht haben, wir müssen nicht jederzeit über Ärger, Angst und Depression hinausgewachsen sein. Letztlich, wir müssen es noch nicht mal, um Gotteserfahrungen zu machen. Zwar sagen die Jnana-Yoga-Schriften und die Bhakti-Schriften, man sollte auch arbeiten an der Kontrolle des Geistes. Shankaracharya, der große Jnana Yogi sagt, es gibt vier Eigenschaften, die ein Aspirant entwickeln sollte, um vom Jnana Yoga wirklich zu profitieren. Das sind? Sadhana Chatustaya. Vier Eigenschaften auf Subecha? Vairagya, Viveka, Shatsampat und Mumukshutwa. Das sind die vier großartigen Eigenschaften. Viveka, Unterscheidungskraft. Sich immer wieder bewusst machen: Wer bin ich? Was ist wirklich? Was ist unwirklich? Was führt zu dauerhaftem Glück, was nicht? Vairagya, Loslösen. Also, sich loslösen von der Vorstellung, dass, „Wenn nur die äußere Welt so wäre, wie ich es gerne hätte, dann wäre ich dauerhaft glücklich.“, Vairagya. Shatsampat, die sechs edlen Tugenden der Gleichmut. Und hier spielt dann Raja Yoga eine große Rolle. Über Raja Yoga entwickeln wir eine gewisse Gleichmut. Mumukshutwa, intensiver Wunsch nach Befreiung. Gut, Shankaracharya sagt auch, es ist wichtig, seinen Geist zu reinigen und Bhakti Yoga spielt hier auch eine wichtige Rolle. Auch im Bhakti Sutra von Narada wird auch empfohlen, seinen Geist etwas unter Kontrolle zu bringen. Und so kann man sagen, langfristig gesehen wird man die höchste Verwirklichung über Bhakti erreichen, indem man Gott um Hilfe bittet, indem man auf Gottes Gnade hofft und vertraut, indem man sich Gott ganz öffnet. Vielleicht auch, indem man sagt, „Oh Gott, ich packe es nicht, meinen Geist unter Kontrolle zu kriegen. Ich habe das jetzt schon zwei Jahre bewusst probiert - gut, manche vielleicht seit zehn oder zwanzig Jahre - ich komme nicht alleine hin, bitte hilf Du mir.“ Und letztlich im Bhakti Yoga ist ja auch die Aussage, wir sind letztlich ein Instrument Gottes und egal, wie sehr wir den Geist unter Kontrolle haben oder auch nicht unter Kontrolle haben, wir bleiben immer weiter Instrument in den Händen Gottes. Der Bhakta sagt sogar, „Wenn Gott wollte, dass ich den Geist besser kontrolliere, dann hätte er das längst gemacht.“ Und so geht er es auch spielerisch an und schaut, „Ja, ich probiere, meinen Geist zu kontrollieren, aber wenn es nicht klappt, Gott ist schuld.“ Wir können entspannen, wir können loslassen. Das sollte einen jetzt nicht träge machen, aber es ist so ähnlich, angenommen, man ist irgendwo ein Angestellter in einer Firma und dann tut man sein Bestes, aber weiß letztlich, ob die Firma jetzt den Bach runter geht oder nicht, wessen Hauptschuld ist es? Chef, Management. Also, Quelle ist nicht zu Grunde gegangen, weil die Frau an der Hotline alles falsch gemacht hat, sondern weil da ganz oben irgendwo nicht die richtigen Prioritäten gesetzt wurden, könnte man sagen, natürlich, weil sich die Wirtschaft irgendwo geändert hat, weil die Menschen mehr bei amerikanischem Emerson kaufen, anstatt bei der deutschen Quelle. Dann könnte man fragen, warum? Hat auch das Management was zu tun. Aber in jedem Fall, der einzelne Angestellte muss sich jetzt nicht so ein großes schlechtes Gewissen machen, obgleich der einzelne Angestellte sich eben bemüht, das zu tun, was zu tun ist.
- Wird fortgesetzt -
Niederschrift eines Mitschnittes eines Yoga und Meditation Seminars bei Yoga Vidya mit Sukadev Bretz zum Thema „Entwickle geistige Kraft“







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